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Ammenmärchen von Horschdi

Macht Ihr da Ohm doch Watt Ihr Volt :)

Dem ist nicht so.
Die Ladungsträger, die sich bei elektrischem Strom bewegen, sind negativ geladen. Der Pol, welcher negativ geladen ist, wird sinnigerweise mit "minus"(-Pol) bezeichnet. Von dort aus marschieren sie, wenn möglich, Richtung Plus-Pol ... schubsen sich dahin;)

Einen Fehler hat diese Erklärung: die Namensgebung der Pole ist der casus cnaxus.

Man unterscheidet zwischen "technisch" und "physikalisch". Technisch wird der negative Pol mit "plus" benannt. Engagierte Dozenten, die es mit einem Satz nicht gut sein lassen können, sagen dann, "Ladungsüberschuss" -> Überschuss -> Plus

Ist es nicht ein reizvoller Gedanke, daß die Gefahr beim Anschließen eines Autoradios nicht aus dem roten Kabel kommt, sondern aus dem Chassis!? ;)

Und wo wir schonmal dabei sind. Wo steckt mehr Gefahr: in der Steckdose oder in der Autobatterie?
Natürlich in der Autobatterie. Umso erstaunlicher, je mehr man eben glaubt, daß "Volt" die ultimative Größe für Strom darstellt.

Dabei müssen wir zwischen primären, sekundären und für pingelige terziären Wirkungen unterscheiden.

1. Primär fließen einfach nur Ladungsträger in der Gegend rum. Sowas passiert schonmal öfter; ohne daß man es merkt.

2. Sekundär macht sich der Strom bemerkbar z.B. durch Wärme (worauf wir uns jetzt mal konzentrieren). Dieser Teil der Wirkungen ist für uns fast immer der bedeutendste (z.B. Blitz-Schäden)

3. Terziär tritt im Falle eines menschlichen Körpers noch eine elektrische Reizüberflutung statt; weswegen das Herz ein Problem bekommen könnte.

Steckdose:
Man bekommt "eine gepfeffert", daß einem die Mütze wegfliegt. Satte 220 Volt sorgen für die nötige Motivation im Kabel. Aber wie bei der Morgenwäsche ist es maßgebend, wieviel Wasser man benutzt (Liter-Ampere). Die Stromstärke. Die ist beim Haushaltsstrom recht verdaulich; auch wenn es ganz anders anfühlt. Berufgemossenschaften sprechen erst ab 1,5 Ampere von lebensbedrohlichen Strömen.
Die größte Gefahr der Steckdose ist die Kürze des Stromflusses in Zusammenhang mit der Wechselspannung. Ein 50Hz-Herzschlag ist nicht normal;)
Reflexmäßig zieht man betroffene Kontaktstelle (Finger?) weg. Der Strom hat eben nicht die Stärke einen derartig starken Krampf hervorzurufen, daß man "kleben bleibt". Allerdings vibriert das Herz für diesen kurzen Augenlick, was zu Herzrhythmusstörungen mit anschließendem Stillstand führen kann.
Bei Starkstrom hat man herztechnisch "bessere" Karten. Er wirkt eher wie ein Defibrillator. Hier sind die sekundären Wirkungen in Verbindung mit Krämpfen ("kleben bleiben") die vernichtenden. Bei Oberleitungen der Bahn ist der Strom mit seinen 25.000 Volt auch schon bei ca. 25cm Abstand gewillt überzuspringen.

Autobatterie:
Wir greifen mit einer Hand an den Pluspol mit der anderen an den Minuspol. Nix passiert!
Aber nur, weil der Strom mit seinen 12 Volt keine sonderlich große Motivation besitzt und wir mit unserem Körper genug Widerstand bieten, daß kein Strom fließt.
Wenn wir den Widerstand allerdings verringern, z.B. mit einem 32er Schraubenschlüssel, werden wir schnell feststellen, wieviel Saft (Ampere) dahinter ist.
BITTE NICHT MACHEN!!!!!!!!!!!

Also generell: lange Metallgegenstände (auch Halskettchen) von Autobatterien fernhalten.

Womit ich nicht sagen will, daß Steckdosen-Lecken zu bevorzugen ist;)

Quelle: Physikunterricht/Arbeitssicherheit

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